Von der Bodenplatte bis zum Dach – alle 11 Sanierungsmaßnahmen verständlich erklärt: Wirkung, Materialien und Förderoptionen.
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Maßnahmen 1–7 · Wärmeverluste minimieren – der Grundstein jeder Sanierung
Über ein ungedämmtes Dach verliert ein Altbau bis zu 30 % seiner Heizwärme. Die Dachdämmung ist meist die rentabelste Einzelmaßnahme – besonders wenn das Dachgeschoss bewohnt ist.
Je nach Konstruktion wählen wir Zwischensparren-, Aufsparren- oder Untersparrendämmung – oder die Kombination für Maximalwirkung.
Wenn der Dachboden nicht ausgebaut ist, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke eine besonders einfache Maßnahme mit kurzer Umsetzungszeit.
Einfache Auflage-Dämmung auf dem Dachboden – ohne aufwändige Arbeiten am Dach. Gesetzlich vorgeschrieben nach GEG §47.
Die Fassade ist die größte Oberfläche – über ungedämmte Außenwände verlieren Altbauten bis zu 35 % ihrer Heizenergie. Das Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) ist die bewährteste Lösung.
Gleichzeitig verschönert eine neue Fassade die Optik und schützt das Mauerwerk dauerhaft vor Witterung und Feuchtigkeit.
Alte Fenster mit Einfachverglasung haben U-Werte von 5,8 W/(m²K). Moderne Dreifachverglasung mit Low-E-Beschichtung erreicht 0,60 W/(m²K) – eine Reduktion um 85 %.
Zugluft, kalte Glasflächen und Kondenswasser verschwinden sofort. Wohnkomfort und Schallschutz steigen deutlich.
Eine wirkungsvolle Maßnahme: Dämmplatten werden von unten an die Kellerdecke befestigt – kein Eingriff in den Wohnraum notwendig.
Kalte Kellerluft kann nicht mehr aufsteigen – der Fußboden im Erdgeschoss wird merklich wärmer.
Druckfeste XPS-Perimeterdämmung unter der Bodenplatte verhindert den Wärmeverlust ins kühle Erdreich (ca. 10–12 °C). Bei Sanierungen kann die Dämmung auch im Estrichaufbau ergänzt werden.
Besonders wichtig bei Einbau einer Fußbodenheizung – ohne Dämmung würde man das Erdreich heizen statt den Raum.
Die erdberührten Kellerwände verlieren erheblich Wärme ans Erdreich. Eine Perimeterdämmung der Kellerwand außen schließt diese Lücke und schützt gleichzeitig die Bauwerksabdichtung.
Besonders bei beheizten Kellern oder bei Kellerausbau sinnvoll – kann mit weiteren Maßnahmen an der Bodenplatte kombiniert werden.
Maßnahmen 8–11 · Erneuerbare Energien erzeugen, speichern und effizient verteilen
Eine PV-Anlage auf dem Steildach erzeugt kostenlosen Solarstrom direkt aus Sonnenlicht – für Eigenverbrauch, Einspeisung und Ladung des Batteriespeichers.
Kombiniert mit Wärmepumpe und Batteriespeicher erreichen Sie nahezu vollständige Energieautarkie im Sommer.
Ein Heimspeicher speichert überschüssigen PV-Strom vom Mittag für die Abend- und Nachtstunden. Der Eigenverbrauchsanteil steigt von ca. 30 % (ohne Speicher) auf 70–80 %.
LiFePO4-Technologie (Lithium-Eisenphosphat) gilt als sicherste und langlebigste Batterietechnologie für Hausbatterien.
Die Wärmepumpe ersetzt Öl- oder Gasheizung und nutzt kostenlose Umweltenergie aus Luft, Erde oder Grundwasser. Pro eingesetzter kWh Strom liefert sie 3,5–5 kWh Wärme (COP).
Kombiniert mit einer PV-Anlage kann die Wärmepumpe einen hohen Anteil des benötigten Stroms selbst erzeugen. Die Maßnahme kann über die entsprechenden Förderprogramme unterstützt werden.
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) sorgt für frische Luft ohne Wärmeverlust. Die Wärmerückgewinnung entzieht der Abluft bis zu 90 % der Energie und überträgt sie auf die Frischluft.
Dezentrale Geräte können raum- oder zonenweise nachgerüstet werden – ideal für die Sanierung ohne großen Eingriff in die Bausubstanz.